Sie befinden sich hier: Start » IKOR » Kunden und Partner » Referenzen » IBSH Direktanbindung SAP-System an BDO-KfW-Plattform

Direktanbindung von SAP-Systemen an BDO-KfW-Plattform

Potenzial strukturierter XML-Daten nutzen

Ausgangslage

Aufgrund der neuen Webservice-Kommunikation der KfW mit ihren Finanzierungspartnern im Rahmen der BDO-2.0-Initiative entschloss sich die Investitionsbank Schleswig-Holstein IB.SH, das Potenzial von strukturierten XML-Daten zu nutzen und neben ihrem Durchleitungsgeschäft auch die Abwicklung der Direktdarlehen zu erneuern.

Der Geschäftsbereich des KfW-refinanzierten Direktdarlehensgeschäfts bearbeitet jährlich ca. 7.000 Neuanträge. Zur Antragsbearbeitung ist ABAKUS, ein SAP-Add-on der Förderbanken-Kooperation, im Einsatz. Für die Erneuerungen waren ein möglichst hoher Automatisierungsgrad für die Weiterverarbeitung der KfW-Daten und eine Direktanbindung der SAP-Systeme an die BDO-Plattform der KfW angestrebt, was deutschlandweit bis dato noch keine Bank vorgenommen hatte.

Herausforderungen
Entsprechend existierten für diese Pionierleistung noch keine Erfahrungswerte, wie ABAP-basierte Systeme wie die SAP-Anwendungen mit der Webservicekommunikation der KfW zurechtkommen.

Für eine Kommunikation mit der KfW war ABAKUS-System der IB.SH um neue Anwenderfunktionen zu erweitern. Hier galt es einerseits, die (teilweise erheblich veränderten) Prozesse der KfW in die Anwendung zu integrieren. Gleichzeitig war ein Lösungsansatz zu definieren, der einen sukzessiven, aufwandsarmen Ausbau ermöglicht, wenn die KfW die Webservices für weitere Förderprogramme und weitere Prozesse zur Verfügung stellt. Auch sollte die Anbindung weiterer Mittelgeber via Webservicekommunikation möglich sein.

Zur Validierung der ein- und ausgehenden Daten sollte die Regel-Engine des SAP-Standards BRFplus und zur Automatisierung der einzelnen Bearbeitungsprozesse in SAP/ABAKUS das Framework IPLS jeweils neu zum Einsatz kommen.

Zu berücksichtigen war, dass die Testumgebungen der KfW nur eingeschränkt verfügbar sind und auch die Funktionsfähigkeit der Webservices im Test nicht garantiert war. Hieraus resultierten zeitliche Risiken für die Testphase, welche sich auch wiederholt realisiert haben.

Vorgehen
Auf Basis einer Vorstudie wurden in Gesprächen und Workshops mit den Key Usern des Fachbereichs die fachlichen und prozessualen Anforderungen detailliert und direkt in ein DV-Konzept umgesetzt. Ein technischer Austausch mit der internen IT der IB.SH begleitete die anschließende DV-Konzeptionsphase. Für die neuen eigenentwickelten Anwenderoberflächen zur Mittelgeberkommunikation in SAP/ABAKUS wurden Mockups für die Abstimmung mit dem Fachbereich angefertigt.

Prozesse, Verfahrensvorgaben und Datenmodelle sind KfW-seitig in sogenannten WSDLs und Verfahrensbeschreibungen festgehalten und bilden die wesentliche Informationsbasis. Darüber hinaus gehende Abstimmungen zu technischen und inhaltlichen Klärungsbedarfen erwiesen sich oftmals als schwierig und zeitintensiv. Entsprechend war ein hohes Maß an Konzeption, Kreativität und Schöpfertum von den Projektteilnehmern gefragt.

Für die technische Realisierung wurden die einzelnen Prozesse betrachtet und jeweils

  • pro Teilprozess Dynpros für die Mittelgeberkommunikation erzeugt
  • die Datenversorgung programmiert
  • die Webserviceanbindung geschaffen
  • Validierungsregeln in BRFplus eingestellt
  • ein Prozess für die maschinelle Verarbeitung der eingehenden Daten eingerichtet inklusive zugehörigem Mapping und Ableitungsregeln.

Hinzu kamen Reports zur automatisierten Massenverarbeitung, etwa um den Gesamtbestand auslaufender Zinsreservierungen auf ungültig zu setzen oder alle ausstehenden Gelbfallentscheidungen der KfW abzuholen.

Ergebnis
Papieranträge an die KfW und eine Neuerfassung zur elektronischen Übermittlung entfallen nun gänzlich. Stattdessen bearbeiten die Kreditsachbearbeiter die Darlehensanträge im operativen System SAP/ABAKUS bis zur Zusagereife, Prüfen und Versenden der KfW-Antragsunterlagen erfolgen per Knopfdruck. Bereits nach nur einer Minute ist die automatische Verarbeitung der Rückantwort der KfW abgeschlossen und

  • die KfW-Zusage steht zur Ansicht am Antrag bereit und ist dem optischen Archiv zugeführt
  • Meldungen am Antrag zeigen dem Kreditsachbearbeiter im Regelfall an, was die KfW zurückmeldet
  • der Darlehensvertrag ist im bestandsführenden System entsprechend der Zusagedaten der KfW konditioniert.

Ebenso sind die Zinsreservierung, der Mittelabruf und die unqualifizierte Bestätigung zum Antrag automatisiert und integriert. Nachtverarbeitungen holen eventuell ausstehende Rückmeldungen der KfW ab und konditionieren die Verträge maschinell, der Sachbearbeiter erhält am Morgen im SAP-Office eine Mitteilung über die eingegangenen KfW-Zusagen. Ähnlich verläuft das Ungültigsetzen ausgelaufener Zinsreservierungen.

Nach den Antragsprozessen für die Wohnungsbauförderung hat die KfW nun weitere Webservices für die Bestandsbearbeitung auf die BDO-2.0-Plattform gebracht. Die Grundlagen für einen zügigen und aufwandsarmen Ausbau sind durch die Programmierung der Schnittstelle gelegt - mit weiterem Automatisierungspotential wird gerechnet.

Top